Praxis
Praxisbeiträge
Der erste Beitrag dieses Bereichs widmet sich dem Umtopfen – einer Aufgabe, vor der sich Einsteiger oft scheuen und die sie deshalb jahrelang aufschieben oder im Gegenteil viel zu oft angehen. Umtopfen ist nötig, wenn die Wurzeln keinen Platz mehr haben und die Erde kein Wasser mehr aufnimmt und keine Luft mehr durchlässt. Unten finden Sie einen ruhigen Ablauf, der für die meisten gewöhnlichen Zimmerpflanzen im Topf passt.
Umtopfen ist ein Umzug. Der Pflanze fällt er leichter, wenn das neue Zuhause nur wenig größer ist als das alte und niemand sie drängt, sich einzuleben.
Was Sie bereitlegen sollten
- Einen neuen Topf, etwas breiter als der alte, unbedingt mit einem Abzugsloch im Boden.
- Frische Erde, die zu Ihrer Art passt: Manche Pflanzen brauchen lockere und leichte Erde, andere eine festere.
- Eine dünne Drainageschicht für den Topfboden, wenn Ihre Pflanzenart sie braucht.
- Handschuhe, besonders wenn die Pflanze einen reizenden Saft absondert, wie die Dieffenbachie.
- Folie oder Zeitungspapier für den Tisch und eine saubere Schere, um beschädigte Wurzeln abzuschneiden.
- Ein Notizheft oder Notizen im Handy, um das Datum des Umtopfens festzuhalten.
Prüfen Sie, ob Umtopfen wirklich nötig ist
Anzeichen für Platzmangel sind Wurzeln, die aus dem Abzugsloch wachsen oder den ganzen Ballen als dichtes Geflecht umschlingen, und Wasser, das sofort in den Untersetzer läuft, ohne in der Erde zu bleiben. Fehlt all das, kann die Pflanze noch eine Weile im alten Topf bleiben.
Fiktives Beispiel: Eine Pflanzenbesitzerin sieht weiße Wurzelspitzen unter dem Topfboden und versteht, dass ihre Pflanze ein neues Zuhause braucht.
Wählen Sie einen günstigen Zeitpunkt
Viele Pflanzen vertragen das Umtopfen in der Phase aktiven Wachstums besser, wenn sie genug Kraft für neue Wurzeln haben. Eine blühende oder geschwächte Pflanze sollten Sie besser nicht stören, solange es keinen dringenden Grund wie faulende Erde gibt.
Fiktives Beispiel: Ein Einsteiger verschiebt das Umtopfen seines blühenden Usambaraveilchens, bis die Blüte vorbei ist.
Bereiten Sie den neuen Topf vor
Prüfen Sie, ob der Boden ein Loch für den Wasserabfluss hat. Der neue Topf sollte nicht viel größer sein als der alte: In einem zu geräumigen Gefäß bleibt die Erde lange nass, und die Wurzeln können faulen.
Fiktives Beispiel: Statt eines riesigen Übertopfs „zum Hineinwachsen“ nimmt der Besitzer einen Topf, der nur wenig breiter ist als der alte, und wartet in Ruhe auf das nächste Mal.
Holen Sie die Pflanze vorsichtig heraus
Feuchten Sie die Erde am Vortag leicht an, damit sich der Ballen besser löst. Drehen Sie den Topf um, halten Sie die Pflanze am Ansatz der Stängel fest und klopfen Sie auf den Rand. Ziehen Sie nicht mit Gewalt am Stängel, sonst reißen leicht Wurzeln ab.
Fiktives Beispiel: Ein Plastiktopf wird an den Seiten leicht mit den Händen geknetet, und der Erdballen gleitet als Ganzes heraus.
Sehen Sie sich die Wurzeln an
Gesunde Wurzeln sind meist fest und hell. Dunkle, weiche, unangenehm riechende Stellen deuten auf Fäulnis hin; schneiden Sie sie mit einer sauberen Schere ab. Ein dichtes Geflecht können Sie vorsichtig mit den Fingern auflockern.
Fiktives Beispiel: An den Wurzeln eines Ficus finden sich einige dunkle, weiche Spitzen, und der Besitzer erkennt, dass er bisher zu großzügig gegossen hat.
Setzen Sie die Pflanze in der alten Tiefe ein
Geben Sie etwas frische Erde auf den Boden, stellen Sie die Pflanze hinein und füllen Sie seitlich Erde nach, die Sie leicht andrücken. Der Ansatz der Stängel sollte auf derselben Höhe liegen wie vorher, nicht tiefer.
Fiktives Beispiel: Damit der Stängel nicht zu tief in die Erde kommt, markiert der Besitzer die alte Erdhöhe daran, solange die Pflanze noch im alten Topf steht.
Mäßig gießen und ruhen lassen
Gießen Sie die Pflanze nach dem Umtopfen so, dass sich die Erde setzt, und gießen Sie das Wasser aus dem Untersetzer ab. Stellen Sie den Topf an den gewohnten Platz ohne grelle Sonne. Düngen Sie vorerst nicht: Die Wurzeln müssen erst anwachsen.
Fiktives Beispiel: Nach dem Umtopfen zieht eine Grünlilie vorübergehend von der hellen Fensterbank etwas tiefer in den Raum und kehrt dann an ihren Platz zurück.
Notieren und beobachten
Notieren Sie das Datum des Umtopfens und die Art der Erde. Achten Sie in den ersten Wochen auf die Blätter: Ein leichtes Erschlaffen kann eine normale Reaktion sein, anhaltendes Welken bei feuchter Erde ist dagegen ein Grund, die Wurzeln zu prüfen.
Fiktives Beispiel: Anhand ihrer Notizen sieht eine Besitzerin, dass sich die Pflanze nach dem letzten Umtopfen schneller erholt hat, und wiederholt denselben Ablauf.
Häufige Fehler
- In einen Topf ohne Abzugsloch umtopfen: Das Wasser staut sich, und die Wurzeln faulen.
- Einen viel größeren Topf nehmen in der Hoffnung, dass die Pflanze schneller wächst.
- Die Pflanze direkt nach dem Umtopfen reichlich düngen.
- Den Stängel tiefer als bisher in die Erde setzen.
- Jede neue Pflanze gleich am ersten Tag umtopfen, ohne ihr Zeit zum Eingewöhnen zu geben.
- Einen frisch umgetopften Topf in die direkte Sonne oder an eine heiße Heizung stellen.
Wenn etwas nicht passt
- Ist die Pflanze zu groß zum Umtopfen, können Sie vorsichtig nur die oberste Erdschicht erneuern.
- Haben Sie noch keinen passenden Topf, warten Sie lieber, statt die Pflanze in ein Gefäß ohne Abzugsloch zu setzen.
- Sind Sie unsicher, welche Erde passt, lesen Sie in der Beschreibung Ihrer Art nach oder fragen Sie jemanden mit Erfahrung.
Prüfen Sie sich selbst
- Umtopfen ist wirklich nötig: Die Wurzeln haben keinen Platz oder die Erde ist verbraucht
- Der neue Topf ist nur wenig breiter als der alte und hat ein Loch im Boden
- Die Erde passt zu den Ansprüchen der Art
- Die Pflanze wurde ohne Ziehen am Stängel herausgeholt
- Die Wurzeln wurden geprüft, faule Stellen entfernt
- Die Pflanze sitzt in der alten Tiefe
- Das Wasser im Untersetzer wurde nach dem Gießen abgegossen
- Das Datum des Umtopfens ist notiert
Katalog der deutschsprachigen Beiträge
Hier entsteht eine Sammlung eigenständiger Beiträge für Pflanzeneinsteiger im deutschsprachigen Raum: Praxisanleitungen, Antworten auf häufige Fragen und Erklärungen zu den Grundbegriffen der Zimmerpflanzenpflege – eigens auf Deutsch verfasst.
Bisher enthält der Katalog einen Beitrag – über das Umtopfen; Sie finden ihn oben. Neue deutschsprachige Beiträge erscheinen hier, sobald sie geschrieben und geprüft sind.
Woran wir arbeiten
- Pflanzen auf den Sommerurlaub vorbereiten und die Nachbarn um Hilfe beim Gießen bitten, ohne dass Missverständnisse entstehen.
- Vom Zimmer auf den Balkon: welche Zimmerpflanzen im Sommer nach draußen dürfen und wie Sie sie behutsam wieder hereinholen.
- Pflanzen über Stecklinge vermehren – und gelassen bleiben, wenn der erste Versuch nicht klappt.
- Lichtmangel oder zu viel Wasser? Wie Sie beides an den Blättern unterscheiden.
- Gut durch die Heizperiode: wie Pflanzen auf trockene Heizungsluft reagieren und wo sie besser stehen.
Wie wir veröffentlichen
- Die Beiträge in diesem Katalog werden für jede Sprachversion eigens verfasst und sind keine Übersetzungen.
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Kurze Antworten zu Gießen, Licht und Standort, Schädlingen, Haustieren und Kindern.
- Lexikon
Lexikon für Pflanzeneinsteiger: Drainage, Düngen, Steckling, indirektes Licht, Wurzelfäule und Quarantäne.
- Bereiche
Vier Themen des Ratgebers: Standortwahl, Gießen und Licht, Umtopfen und Erde, Pflanzengesundheit.
Quellen
- Fachliteratur zur Zimmerpflanzenpflege
- Tierärztliche Merkblätter zur Sicherheit im Haushalt
Die Angaben entsprechen dem Stand zum Erstellungsdatum der Seite. Zimmerpflanzen stellen sehr unterschiedliche Ansprüche an Licht, Wasser und Erde. Bevor Sie die Pflege ändern, prüfen Sie daher, was Ihre Art braucht.